In America

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Der sogenannte Amerikanische Traum wurde im Laufe der Jahrzehnte immer wieder als Grundlage für mitreißende Geschichten benutzt. Sowohl in Büchern als auch auf der Leinwand gab es immer wieder diese typischen Geschichten von jenen, die in der neuen Welt das große Glück und die eigene Zukunft suchten. So oft diese Thematik literarisch und filmisch umgesetzt wurde, so vielfältig sind jedoch auch die einzelnen Geschichten, weil die Schicksale so verschieden sind wie die Menschen selbst. Mit „In America“ aus dem Jahr 2002 ist dem irischen Regisseur Jim Sheridan ein preisgekröntes Meisterwerk dieses Genres gelungen. Das Drama handelt wie so oft von Familie, Verlust, Hoffnung und natürlich der Frage nach der eigenen Heimat. Vor allem aber besticht die irisch-britische Produktion durch authentische Emotionen ohne Kitsch, was daran liegen dürfte, dass Sheridan das autobiografisch angehauchte Drehbuch mit seinen beiden Töchtern schrieb. Nicht zuletzt daher gewann der Film mehrere Preise auf zahlreichen Festivals, wodurch er schließlich auch zum absoluten Filmtipp avancierte.

Schwieriger Anfang in einer fremden Welt

Alle Probleme von sich werfen, neu beginnen, das gemeinsame Glück in einer neuen Heimat finden. Schon viele Familien haben all diese Hoffnungen in sich getragen. Auch der gelernte Schauspieler Johnny (Paddy Considine), seine Ehefrau Sarah (Samantha Morton) und die beiden noch jungen Töchter Ariel (Emma Bolger) und Christy (Sarah Bolger) ersehnen sich all dies und emigrieren deshalb in den 1980er Jahren illegal von Irland über Kanada in die Vereinigten Staaten. Sie wären eigentlich zu fünft, doch der Sohn Frankie erlag in der alten Heimat einem Gehirntumor. Auch dies will die Familie hinter sich lassen. In New York angekommen, hat die Familie Schwierigkeiten ein Zuhause zu finden. Letztlich findet sich jedoch eine Bleibe in einem Mietshaus im berüchtigten Stadtteil von Manhattan. Die heruntergekommene Wohnung wird nebenher bestmöglich renoviert, während die Eltern sich mit kleinen Jobs etwas Geld verdienen. Johnny hofft eigentlich vielmehr auf ein Engagement als Schauspieler, was seinem gelernten Beruf entspricht. Seine Frau und er sind jedoch der Überzeugung, dass er durch den Verlust ihres Sohnes seine Fähigkeit für Gefühle und dadurch seine Schauspielkunst verloren hat, wodurch er auch keinen Erfolg bei diversen Vorsprechen hat. Deshalb versucht er sich eine Zeit lang als Taxifahrer.

Familie und Freundschaft

Währenddessen machen die Kinder ihre ganz eigenen Erfahrungen. Zu Halloween sind die beiden Mädchen die einzigen, die bei einer Schulveranstaltung mit selbstgebastelten Kostümen auskommen müssen. Jedoch erfahren sie nun auch, dass Kinder in den USA an diesem Abend von Haus zu Haus gehen und so Süßigkeiten sammeln. Als sie dies in ihrem Haus versuchen, wird ihnen erst bei der vierten Wohnungstür geöffnet. Der verbittert erscheinende Schwarze Mateo (Djimon Hounsou) weckt das Interesse der Mädchen, da seine Wohnung voller selbstgemalter Bilder und anderer Kunstwerke ist. Christy und Ariel freunden sich schnell mit ihm an, obgleich ihr Vater dem Fremden gegenüber noch misstrauisch bleibt. Als sich aber herausstellt, dass Mateo an HIV leidet und wegen seiner Krankheit mehr lange zu leben hat, entwickelt auch Johnny Sympathie zu dem Nachbarn. Mateos Zustand verschlechtert sich im Laufe der Zeit zunehmend. Bei Sarah, die unterdessen schwanger geworden ist, treten nun auch Komplikationen auf. Das Baby muss definitiv vor den neun Monaten entbunden werden, was jedoch möglicherweise zu weiteren Schwierigkeiten führen könnte. Würde es aber später kommen, wäre Sarahs Überleben nicht mehr garantiert. In jedem Fall werden die Krankenhauskosten für die Familie zu teuer, weshalb Johnny voller Verzweiflung eine Anstellung als Schauspieler sucht. Letztlich muss das Baby tatsächlich zu früh geboren werden. Der Zustand des Neugeborenen ist wie erwartet instabil und eine Bluttransfusion von Christy rettet ihm schließlich das Leben. Sie erwacht in dem Augenblick wieder, in dem Mateo jedoch stirbt. Erneut mit Trauer aber ebenfalls mit Hoffnung erfüllt, steht der Familie allerdings noch eine Überraschung bevor.